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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Geistliches Wort 2/2004

(erstmalig veröffentlicht im Pax Christi-Rundbrief 2/2004)

"Bei Euch aber soll es nicht so sein"

Pfr. Hermann Benz, Geistlicher Beirat von Pax Christi Rottenburg-Stuttgart

Ich bin "geistlicher Beirat" von "Pax Christi" (ein eher blasser als herausfordernder Titel!) Als solcher wurde ich gebeten, ein "geistliches Wort" zu schreiben. Ein geistliches, also kein politisches. Was ist eigentlich "Pax Christi" - eine geistliche oder eine politische Organisation? Sie ist beides: eine geistliche, vom Evangelium Jesu Christi inspirierte Initiative, mit dem Ziel, die gesellschaftspolitischen Verhältnisse mitzugestalten.

Würde sich die Kirche auf die Vertiefung einer christlichen Spiritualität beschränken, also nur eine fromme Innerlichkeit pflegen, dann würde sie dem Evangelium und der Intention Jesu nicht gerecht werden. Zwar sagt Jesus: "mein Reich ist nicht von dieser Welt", er lehrt aber seine Freunde beten: "Dein Reich komme". Wohin? In die Herzen der Menschen? Ja. Aber auch in die Welt mit ihren politischen und sozialen Strukturen. Dieses Reich soll die Welt verändern, wie ein "Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert". Jesus ist gekommen mit seinem Evangelium alles - also die ganze Welt! - neu zu schaffen. Und wenn seine Jünger das Evangelium vom Reich Gottes nicht nur verkünden, sondern es auch leben, dann werden sie "Salz der Erde" und "Licht der Welt" sein, sagt Jesus. Ein klassisches Beispiel: Jesus sagt: "Ihr wisst, dass die Mächtigen dieser Welt die Völker unterdrücken und ihre Macht über sie ausüben. Bei euch aber soll es nicht so sein. Wer von euch groß sein will, der sei der Diener aller."(Mt. 20, 25-26)

Wenn wir diesen Ruf Jesu ins Reich Gottes in der Welt verwirklichen wollen, dann müssen wir glaubwürdig gegen jene Herrschafts- und Machtstrukturen in unserer Welt auftreten, die den Menschen nicht befreien, sondern unterdrücken, auftreten auch gegen alle Formen der "Konfliktlösungen", die nur auf Gewalt setzen zur Durchsetzung eigener Interessen. Wir müssen eintreten für eine Beseitigung von ungerechten Strukturen und Verhältnissen, welche so oft den Konflikten zugrunde liegen und deren wahre Ursachen sind.Wir müssen eintreten für die Anerkennung der Menschenrechte und Menschenwürde aller Menschen. Denn sie alle sind geschaffen nach Gottes Bild. Sie alle sind geliebte Kinder Gottes.Wir müssen eintreten für einen fairen, angstfreien und offenen Dialog der Konfliktpartner miteinander.

"Pax Christi" ist also eine geistliche Bewegung zur Gestaltung der politischen und sozialen Verhältnisse nach dem Evangelium Jesu Christi. Politisches Engagement - so sind wir überzeugt - ist nicht in das Belieben eines wirklichen Christen gestellt.Die Art und Weise, die Intensität dieses Engagements hängt im Einzelfall freilich von den jeweils gegebenen Möglichkeiten ab.

Politisches Engagement ohne Gebet, das würde freilich auch nicht der Institution Jesu entsprechen. Wie oft ruft Jesus seine Freunde auf, zu beten! Er selbst zieht sich oft zum Gebet zurück, besonders vor schweren Entscheidungen und Herausforderungen. Das hat übrigens auch unser großes Vorbild Mahatma Ghandi so gehalten. So lasst uns beides tun - beten: "Dein Reich komme", und uns politisch für das einsetzen, was dem Evangelium der Gerechtigkeit und der menschlichen Solidarität entspricht, für alles was den Menschen, jeden Menschen, zum Leben befreit.