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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Gesch. der kathol. Friedensbewegung

Bergpredigt Jesu, Matthäus 5, 9 - Predigt im Rottenburger Dom, 21. 9. 2003 anläßlich der Jahrestagung von Pax Christi - von Joachim Köhler

Selig sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden

Liebe Freundinnen und Freunde von Pax Christi, liebe Domgemeinde, Schwestern und Brüder!

Menschen, die im Sinne der Bergpredigt Jesu friedfertig sind oder sein wollen, werden nicht selig, sondern - wenn sie die Weltlage nüchtern betrachten - frustriert, mutlos. Sie fragen sich, ob es denn überhaupt noch sinnvoll sei, sich für die Sache des Friedens einzusetzen. Die Erfahrungen des Irak-Krieges, der nach dem Selbstverständnis der kriegsführenden Mächte einer bedrohten Region den Frieden bringen sollte, haben uns stutzig gemacht und lassen in uns die Frage aufkommen: Dient der "Friedensdienst", der nach dem Krieg organisiert wurde, wirklich dem Frieden? Oder wird hier einfach die Sprache pervertiert? Das Wort "Friede" ist im Konflikt Israels mit den Palästinensern nicht brauchbar. Friede ist hier gar nicht mehr denkbar, nicht einmal als Utopie. Gezieltes Töten von mutmaßlichen Terroristen hat mit Krieg im herkömmlichen Sinn nichts mehr zu tun. Hier wird selbst das Wort "Krieg" in seinem herkömmlichen Sinne pervertiert und missbraucht. Wenn ein Minister als Alternative zur Ausweisung eines Gegners ein Mordkomplott empfiehlt und behauptet, dass das keine moralische Frage, sondern eine praktische Frage sei, dann deutet sich hier das Ende jeglicher Zivilisation und jeglicher Menschlichkeit an. Die faktischen Verhältnisse in Afghanistan, Irak, Tschetschenien, Liberia und in den anderen Konfliktherden auf der ganzen Welt zeigen die Ohnmacht der Menschen, auch und besonders jener Frauen und Männer, die sich in Friedensbewegungen engagieren. Im übrigen sind die Worte "Krieg" und "Frieden" im ursprünglichen Wortsinn auch deshalb überholt, weil die eigentlichen Konflikte auf wirtschaftlichem Gebiet ausgetragen werden.

Was können wir angesichts dieser Katastrophen überhaupt noch Sinnvolles tun?

Etwas geschieht ja. Die Schwestern und Brüder von Pax Christi haben am Wochenende in Hechingen ihre Jahrestagung abgehalten. Sie haben dabei die Weltlage analysiert und sich Gedanken gemacht, was sie tun können, um eine größere Schicht von Menschen für die Sache des Friedens zu sensibilisieren. Sie haben sich überlegt, welche kleinen Schritte sie machen müssen, um Konflikte zu lösen, zu versöhnen, Frieden zu stiften. Und die Frauen und Männer von Pax Christi haben diesen Gottesdienst geplant, organisiert und vorbereitet. Sie wollen mit ihnen, der Domgemeinde, die Friedensbemühungen vertiefen und das kann auch bedeuten, zurückzublicken in die Geschichte, ob es nicht doch in der Geschichte des Christentums ermutigende Beispiele für den Friedensdienst in der Welt gibt. Das bedeutet aber auch, die Grenzen und Begrenzung, die immer mit der Geschichte gegeben ist, zu erkennen, um den Frieden vom dem zu erbitten, der allein den Frieden schenken kann. Das wissen wir alle: geschichtliche Betrachtung zwingt uns zu der Erkenntnis, dass wir Menschen immer ohnmächtig sind. Auch die Kirchengeschichte ist keine triumphale Geschichte. Den Dom hat die Pax Christi-Gruppe deshalb für den Gottesdienst gewählt, weil in diesem Jahr das Diözesanjubiläum gefeiert wird. Deshalb sollen in diesem Gottesdienst Episoden aus der Geschichte der Christinnen und Christen der Diözese aufgezeigt werden, die ein Friedensengagement vermitteln können.

Zwei solcher historischen Markierungspunkte will ich angeben:

Erstens: Der Kriegsdienstverweigerer Martinus als Diözesanpatron

und

zweitens: Das Engagement der Bischöfe Joannes Baptista Sproll und Georg Moser in den Friedensbewegungen ihrer Zeit.

Martin, der Kriegsdienstverweigerer als Diözesanpatron

Eine solche Formulierung mag überraschen. In der Tat: das ist nicht ins Bewusstsein der Kirche eingegangen. Martin hat verweigert. In der Vita des Sulpicius Severus, eines Zeitgenossen, ist dies eindrucksvoll geschildert. Die Mantelteilung ist nur die andere Seite der Medaille. Sie ist ohne Zweifel ein starkes Symbol und hat im Laufe der Zeit ihre eigene Wirkungsgeschichte gehabt. Die Mantelteilung ist das Gegenstück zur Absage an jede Gewalt und das wurde den Christinnen und Christen nicht vermittelt, ja sogar verdrängt, vielleicht bewusst verdrängt. Im allgemeinen geschichtlichen Bewusstsein gehören das Schwert und die Verkündigung des Evangeliums zusammen. Das wird oft genug. ohne es zu hinterfragen, akzeptiert. Die Künstler des Mittelalters haben sich immer bemüht, z. B. auf dem bekanntesten Bild des Diözesanmuseums hier in Rottenburg, Martin als christlichen Soldaten darzustellen. Ein Widerspruch in sich.

Wie kam es dazu?

Die fränkischen Könige und die Kirche haben (wenigstens) die zweite Hälfte des Mantels aufbewahrt und als "Reliquie" in die Entscheidungsschlachten mitgeführt. Wenn die Franken den Sieg davon getragen haben, wurden in dem besiegten Land Kirchen zu Ehren des "Nationalheiligen" errichtet, um das eroberte Gebiet zu markieren. Die Franken haben den Mantel des heiligen Martin objektiviert und ihm magische Kräfte zugesprochen und damit Geschichtsklitterung betrieben. Mit dem Martinsmantel wurden die Opfer, die Besiegten, die in der Schlacht gefallen waren oder nach dem Sieg mit dem Schwert hingerichtet wurden, verschleiert. Der Mantelteil, der dem Bettler das Leben gerettet hatte, das Symbol des Gewaltverzichts, wurde verschwiegen. So schnell wie der Merowinger Chlodwig ließen sich die Alemannen nicht taufen. Da sie sich der fränkischen Macht nicht beugen wollten, ging man mit ihnen nicht gerade zimperlich um. Im Blutbad von Cannstatt von 746 sollte mit dem Revolutionsherd in Schwaben endgültig Schluss gemacht werden. "Der Aufstand [der Alemannen] wurde als Hochverrat gewertet, der nur mit dem Tode zu sühnen war"(1). Siebenhundert alemannische Fürsten mussten ihr Leben lassen.Auch wenn wir uns über die Vorgänge kein klares Bild machen können, wenige Jahre danach stand fest, dass das alemannische Herzogtum endgültig erledigt war und in dieser Form nie mehr erstehen sollte(2). Wenn die Ereignisse heute erwähnt werden, ist man nicht verlegen, "Entschuldigungen" vorzubringen, um Schuld zu entkräften: "Da immer wieder Revolten ... gegen die Franken ausbrachen, sah man in der Religion die Möglichkeit, einen Grundkonsens herzustellen. Dass das Christentum hier das Fundament liefern konnte, lag schon im Gebot der Feindesliebe begründet. ... Martin ... konnte darüber hinaus Umkehr und Wandel der Einstellung sinnenfällig machen, hat er sich doch vom Soldaten und vom Waffendienst abgekehrt, um allein dem Frieden zu dienen"(3). Die Ungereimtheiten in diesem Zitat liegen offen zutage: Die Feindesliebe als Fundament des Konsenses ist erst anwendbar, nachdem man die Feinde getötet hat. Wann aber und wo wurde die Abkehr vom Soldatentum und Waffendienst zum Kennzeichen des Christen? Martin steht an der Wende, an der die Gewaltlosigkeit der Bergpredigt umschlägt in einen "kriegerischen Pazifismus", wie er im Mittelalter propagiert wurde. Die christliche Missionsgeschichte hat Blutspuren in der Menschheit hinterlassen. In den seltensten Fällen erhielten die heidnischen Völker das Evangelium pur. Im Zeitalter des Kolonialismus wurden den Völkern die "Segnungen" der Zivilisation mitgeliefert. Ganze Völker wurden im Gegensatz zur Freiheit des Evangeliums in Sklaverei und Untertänigkeit gehalten. Heute noch werden ganze Städte erst zerbombt, ehe die humanitären Maßnahmen einsetzen. Oder es werden wie in Afghanistan Bomben und Lebensmittel gleichzeitig abgeworfen. Die Verantwortlichen in der katholischen Kirche tun sich heute noch schwer mit dem Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, der im Geiste des heiligen Martin den Dienst an der Waffe verweigert hat. Der Mantel des heiligen Martin ist geteilt; die Hälfte des Kriegsdienstverweigerers, die die Gewaltlosigkeit symbolisiert, wird verschwiegen.

Das Engagement der Bischöfe Joannes Baptista Sproll und Georg Moser in den Friedensbewegungen ihrer Zeit

Dass Bischof Moser Präsident von Pax Christi war, ist bekannt. Dass Joannes Baptista Sproll als Generalvikar, Weihbischof und späterer Ortsbischof in der Zeit der Weimarer Republik dem Vorstand des "Friedenbundes deutscher Katholiken" angehörte, werden die wenigsten wissen, und das ist nicht in das kollektive Bewusstsein der Diözese eingegangen.

In den Anfangsjahren der Gründung des Friedensbundes, der auf die Initiative des Freiburger Diözesanpriesters Max Josef Metzger zurückging, leitete Magnus Jocham, ein Priester der Diözese Rottenburg als Geschäftsführer den Friedensbund. Sproll unterstützte ihn. Sollte des Engagement des Bischofs für die Friedensbewegung dem Image eines Oberhirten schaden? Verdrängt man deshalb dieses Detail aus der Biographie Sprolls?

Als aktives Mitglied des Friedensbundes vertrat Sproll im Vorstand die Interessen des Klerus. Der persönliche Kontakt zu den führenden Männern des süddeutschen Verbandes wurde immer aufrecht erhalten. Auf der zweiten Reichstagung des Friedensbundes, 1925 in Beuron, trat Sproll als Redner auf. Sein Thema lautete: "Die Bekämpfung der Kriegsromantik". Die Geschäftsstelle des Friedensbundes für Süddeutschland war am Wohnort von Magnus Jocham, in Heufelden bei Ehingen. Nach dessen Tod im Jahre 1923 wurde die Geschäftsstelle von Jochams Nachfolger auf der Kaplanei, Franz Waibel, betreut, bis schließlich in dem Hechinger Schulrat Alfred Wilhelm Miller ein definitiver Nachfolger als Geschäftsführer gefunden war. Hauptgeschäftsführer des Friedensbundes wurde der Berliner Kuratus Felix Hinz. Miller und Hinz bemühten sich immer wieder, das die Fuldaer Bischofskonferenz den Friedenbund offiziell als katholischen Verband anerkenne und unterstütze.

Als Sproll Bischof im Jahre 1927 Diözesanbischof wurde, sollte er ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Friedensbund Deutscher Katholiken und der Fuldaer Bischofskonferenz werden. Auf der Bischofskonferenz 1928 trat er für eine ideelle und finanzielle Unterstützung der Friedensbewegung ein. Um den Bischof zur Übernahme des Protektorats zu bewegen, schrieb Müller an Sproll:"Keiner der übrigen Kirchenfürsten ist innerlich und persönlich so sehr auf die Ziele des Friedensbundes eingestellt als Ew. Bischöfliche Gnaden"(4). Die Entscheidung, das Protektorat über den Friedensbund zu übernehmen, konnte und wollte Sproll nicht allein treffen. Er richtete eine Anfrage an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, den Breslauer Bischof Adolf Kardinal Bertram. In der Antwort vom 26. Dezember 1927 unterbreitete der Kardinal seine "persönliche Ansicht", die Bischof Sproll bedenken sollte: "Gewiss sind edle Bestrebungen, die auf Förderung der Erhaltung des Friedens und auf Versöhnlichkeit in der Völkerfamilie hinzielen, aufs wärmste zu unterstützen. Andererseits weiß ich nicht recht, ob das Protektorat, das jetzt für alle an sich lobenswerten Veranstaltungen erbeten wird, so viel Nutzen bringt und dem Episkopate nicht zuweilen Verlegenheit bereitet. Unbequem ist, wie Eure Bischöfliche Gnaden selbst bemerken, (das) Protektorat bei Bestrebungen, die unerwünschten politischen, vielfach recht unfruchtbaren Auseinandersetzungen exponiert sind, und wo dann die Cappa magna des Bischofs so vieles decken soll"(5). Den Schulrat Dr. Miller kenne er nur vom Hörensagen. Aus einer Korrespondenz mit dem Bischof Hermann Wilhelm Berning von Osnabrück wisse er nur, dass sein Vorgehen als Schulrat hinsichtlich der Aufsicht über den Religionsunterricht nicht beifällig aufgenommen werden konnte.Bertram nahm in seinem Schreiben Anstoß, "dass der spiritus rector der 'Großdeutschen Jugend', Dr. Nikolaus Ehlen(6), für die Katholiken des Rheinlandes ein wahres enfant terrible, eine so prominente Rolle im 'Friedensbund DeutscherKatholiken' spielt"(7). Bertram beschloss seinen Brief: "Ich will Ew. Bischöfliche Gnaden nicht beeinflussen, stelle aber doch zu freundlicher Erwägung, ob Sie nicht die Entwicklung des Friedensbundes noch etwas abwarten wolle"(8). In einem persönlichen Handschreiben vom 19. Juli 1928 aus seiner Sommerresidenz auf Johannesberg bei Jauernig (im tschechischen Anteil des Bistums Breslau) bat Bertram ausdrücklich den Rottenburger Bischof, das Referat in Sachen Friedensbund Deutscher Katholiken zu übernehmen. Er bemerkte aber, wenn es zu einer zustimmenden Erklärung kommen sollte, dann sollte sie "etwas allgemeiner und weniger anfechtbar gehalten"(9)sein. Entsprechend nichtssagend fiel die Resolution aus. Der Friedensbund Deutscher Katholiken, der diese Resolution angeregt hatte, wurde mit keiner Silbe erwähnt. Kein Satz aus dem Referat Sprolls, keine Kollekte, keine Unterstützung des Friedensbundes, kein Protektorat. Der Einsatz Sprolls auf der Bischofskonferenz musste als gescheitert gelten. Sproll, der "politischsensibilisierte" Sproll, hatte sich der "unpolitischen" Taktik des Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz zu unterwerfen. Das tat er auch im Jahre 1933, erst 1934 scherte er aus der bischöflichen Phalanx aus.

Bischof Georg Moser war als Präsident von Pax Christi sehr engagiert, u. a. äußerte er einmal in einer Rede: "Deutschland darf keine Waffenschmiede werden". Allerdings warnten ihn befreundete christdemokratische Politiker, er solle sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Der Rückzug aus diesem Amt hängt wohl damit zusammen, dass Moser Ambitionen hatte, Erzbischof von München zu werden. Das hat Franz Josef Strauß verhindert, vielleicht auch wegen Mosers Engagement für die Friedensbewegung.

Was ist das Fazit aus diesen Episoden aus der Bistums- und Christentumsgeschichte?

Friedensbewegungen haben nur selten die Zustimmung der Herrschenden, auch der Herrschenden in der Kirche, der Hierarchie gefunden. Zweitausend Jahre ist die Botschaft Jesu alt. Oft hat man den Eindruck, dass diese Botschaft wirkungslos geblieben ist. Gewaltlosigkeit und Friede sind oft auch im "christlichen Abendland" ein Fremdwort geblieben. Um der Herrschaft und Macht willen wurden Jesu Worte einfach außer Kraft gesetzt. Das Verbot zu schwören gilt für die ämterstrukturierte Kirche nicht. Noch heute wird von allen Priestern ein Amtseid gefordert. Die Forderungen der Bergpredigt wurden nur für besondere Gruppen, für Mönche und Nonnen, als verbindlich erklärt. Wer immer in der Kirche oder im Namen Christi Macht ausübt, übersieht die Forderung Jesu: "bei euch soll es nicht so sein" (Mk 10, 42-45).

Nun gibt es aber auch andere Erfahrungen: Die Option für die Armen und die Theologie der Befreiung. Die gewaltigen Veränderungen an der Basis und das vitale Bedürfnis, Ökumene zu leben. Frauen in verantwortliche Positionen in der Kirche zu bringen. Die Herrschaft der Wirtschaft zu Gunsten einer Menschlichkeit, die das Leben bestimmt. Und die Bereitschaft gewaltlos zu leben, Konflikte durchzustehen auch wenn dabei manchmal die Ohnmacht sichtbar wird.

Man könnte es als Leichtsinn Gottes bezeichnen, dass er sich ungeschützt dieser Welt und den Menschen ausliefert. Aber das ist die Konsequenz der Menschwerdung. Das Programm für den Ablauf dieses Prozesses liegt uns in der Bergpredigt vor. Wir müssen es umsetzen.

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Fürbitten:

Liturge: Jesus Christus, unser Bruder und Freund! Du hast die Friedenstifter selig gepriesen und Deine Jünger gelehrt, auf Gewalt zu verzichten und sogar die Feinde zu lieben. Im Vertrauen auf dein Vorbild und Deinen Beistand bringen wir unsere Bitten vor Dich:

1 Die Kriege an vielen Orten der Welt, z.B. in Afghanistan, Tschetschenien, Liberia, im Nahen Osten, im Irak zeigen auch die Ohnmacht der Friedensbewegungen. Lass uns dennoch deinen Verheißungen trauen und immer wieder neue Wege zum Frieden suchen.

2 Für viele gelten die Worte der Bergpredigt als utopisch und unrealistisch. Lass uns erkennen, dass deine Bergpredigt auch für unsere Gegenwart gesprochen ist und jeden Tag neu ihre Heilkraft erweisen kann.

3 Der heilige Martin, unser Diözesanpatron, aber auch viele vor und nach ihm, haben erkannt, dass sich ihr christlicher Glaube nicht mit kriegerischen Handlungen vereinbaren lässt. Gib auch uns die Gabe der Unterscheidung und die Kraft, für unsere Überzeugungen einzustehen.

4 Wie oft sehen wir die Splitter in den Augen der andern, den Balken im eigenen dagegen nicht. Hilf uns Vorurteile und Feindbilder zu überwinden und lass nicht zu, dass sich erneut Fremdenangst und Fremdenhass in uns festsetzen.

5 Schicke allen Frauen und Männern, die sich für den Frieden einsetzen, dein Wort von der gewaltfreien Liebe. Zeige uns Wege, die uns vor Krieg und vielfachem Elend bewahren und schenke allen, die im Vertrauen auf dein Wort heimgegangen sind, den ewigen Frieden.

Liturge: Guter Gott, um deinen Frieden zu bringen in unsere Welt voll Krieg und Gewalt, ist Jesus Christus zu uns gekommen und hat sein Leben für uns eingesetzt. Hilf uns, mit ihm dem Frieden und der Versöhnung zu dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Freund und Bruder. Amen.
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Ein Nachweis derZitate aus dem Diözesanarchiv Rottenburg findet sich bei Joachim Köhler: Bischof Joannes Baptista Sproll und die Friedensbewegung der 20-er Jahre, in: Gelegen oder ungelegen - Zeugnis für die Wahrheit. Zur Vertreibung des Rottenburger Bischofs Joannes Baptista Sproll im Sommer 1938, hg. von Dieter R. Bauer und Abraham P. Kustermann (Hohenheimer Protokolle, Bd. 28), Stuttgart 1989, S. 17-55.

(1)Hermann Tüchle: Kirchengeschichte Schwabens. Die Kirche Gottes im Lebensraum des schwäbisch - alamannischen Stammes. 2. Auflage, Stuttgart 1950, S.81.

(2)Tüchle, S.83.

(3)Wolfgang Urban: Martin von Tours. Heiliger mit Herz und Hand. Folge 4: Mit Martin zu den Alamannen, in: Katholisches Sonntagsblatt. Kirchenzeitung der Diözese Rottenburg- Stuttgart 145, 1997, Nr.26 (29. Juni 1997), S.27.

(4)Miller an Sproll, Hechingen 9. Dezember 1927, im Rottenburger Diözesanarchiv.

(5)Bertram an Sproll, Breslau 26. Dezember 1927, im Rottenburger Diözesanarchiv.- Die cappa magna ist ein den ganzen Körper umhüllendes und ringsum geschlossenes Gewand, welches auf der Rückseite in einer langen Schleppe endet und auf der Vorderseite bis gegen die Brusthöhe aufgezogen wird.

(6)Ehlen kam aus der Jugendbewegung.

(7)Bertram an Sproll, Breslau 26. Dezember 1927, im Rottenburger Diözesanarchiv.

(8)Bertram an Sproll, Breslau 26. Dezember 1927, im Rottenburger Diözesanarchiv.

(9)Bertram an Sproll, Johannesberg 19. Juli 1928, im Rottenburger Diözesanarchiv.